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Die deutsche Mediensprache kennt nur den Begriff »Absturz«. Alle Störungen im Flugbetrieb, sei es bei den Motor- oder Segelfliegern, wenn es sich nur um eine harte Landung oder um eine vorzeitige Bodenberührung handelt, oder wenn beim Landeanflug durch eigenes Verschulden ein Zaun oder ein Baum gestreift wird, fallen unter den Begriff »Absturz«. Das macht sich gut, geht unter die Haut und bringt neue Leser. Wenn man versucht, den besorgten Eltern oder Ehefrauen klarzumachen, daß unter den fliegerischen Sportarten das Segelfliegen eine der sichersten ist, stößt man oft auf Unverständnis.

Eine wunderschöne AußenlandungJa, sogar wenn man eine saubere Außenlandung hingelegt hat, weil einen die thermischen Aufwinde verlassen haben, würde so manche Zeitung lieber einen Absturz draus machen. Dabei ist für einen Segelflieger eine Außenlandung kein Problem. Bei uns kann auch nichts brennen. Wir haben kein Benzin an Bord, kein hohes Fahrgestell, was beschädigt werden könnte, und als Landefläche benötigen wir nur wenige Meter. Der Flurschaden bei einer Außenlandung ist meist gering, es sei denn, die "Absturzstelle" wird von vielen Schaulustigen besucht.

Zu einem Flugplatzbesuch eingeladen, werden beim Anblick des Windenstarts die Bedenken der Eltern oft noch größer. Zugegeben, der Windenschlepp sieht für einen Laien »halsbrecherisch« aus. Dabei liegen bei dieser Startart die technischen Störungen weit unter der Promillegrenze. Es werden jährlich Hunderttausende von Windenstarts ohne Unfälle durchgeführt.Selbst wenn während des Schlepps das Windenseil reißt oder der Windenmotor streiken sollte, so liegt unter oder vor uns als sichere Landemöglichkeit unser Flugplatz. Als zusätzliche Sicherheitsvorrichtung beim Windenschlepp gibt es Sollbruchstellen am Seil. Sie sichern das Flugzeug bei Überlastungen. Seilausklinkvorrichtungen am Flugzeug arbeiten manuell und automatisch und trennen das Flugzeug vom Seil, sobald der Seilzug nachläßt. Außerdem befindet sich an der Schleppwinde eine Seilkappvorrichtung, die jährlich vom TÜV überprüft wird und drei Seilstärken gleichzeitig zerschneiden können muß. Rettungsfallschirme werden bei jedem Flug mitgeführt. Es kann eigentlich nichts passieren. Trotzdem kommt es zu Unfällen. Was sind die Ursachen? Die Technik gilt in bezug auf die Sicherheit als fast hundertprozentig. Es kann sich also nur um menschliche Unzulänglichkeiten handeln. Überschätzen der eigenen Fähigkeiten wie Leichtsinn oder übertriebener Ehrgeiz ist nicht unbedingt segelfliegertypisch und führt auch bei anderen Sportarten zu Unfällen. Bei Wettbewerben besteht erhöhte Zusammenstoßgefahr, wobei es auch hier wie bei anderen Sportarten um Minuten und Sekunden geht, um sich gegenseitig den Rang abzujagen. Doch um am Wettbewerb teilzunehmen, ist es ein weiter Weg, den kaum mehr als ein Prozent der aktiven Segelflieger beschreitet.

Am Anfang der Ausbildung steht die sichere Schulung mit dem Lehrer im Doppelsitzer. Etwa 50 bis 60 Starts benötigt ein Schüler bis zum ersten Alleinflug, den der Lehrer vom Boden aus mit Funk überwacht. Sehr stolz ist der Schüler auf seinen ersten Alleinflug. Auch die weitere Schulung findet ständig unter Aufsicht eines Fluglehrers und unter Benutzung eines Doppelsitzers statt, wenn es sich um erweiterte fliegerische Aufgaben handelt.

Ist dafür gesorgt, daß das Fluggerät sicher ist ? Auch dafür kommt einmal im Jahr der TÜV und nimmt die Flugzeuge ab, wie es bei uns heißt.

Es wird alles getan, um die Sicherheit beim Segelflug zu gewährleisten. Also, auf zum Segelfliegen, einer sinnvollen Freizeitgestaltung, die viel Freude bringt und umweltfreundlich ist.


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