Schade, daß so viele Frauen
nicht wissen, was sie versäumen, wenn sie noch nie in einem Segelflugzeug
saßen. Wüßten sie, wie toll es ist, dem Element Luft
Raum, Höhe und Strecke abzuluchsen, sie kämen scharenweise
zu uns in die Vereine und meldeten sich als Flugschüler an.
Wir
Frauen können in dieser Sportart genauso mitmischen wie die Männer,
wenn wir nur selbst nicht mehr an all diese Vorurteile glauben, die
so landläufig über das Fliegen und uns selbst kursieren.
Und was beinhalten diese Vorurteile ?
Fliegen ist zu teuer, zu gefährlich, erfordert sehr viel Mut, ist
zu technisch und sowieso zu zeitaufwendig.
All das möchte ich widerlegen,
bis auf den Zeitaufwand, denn der ist nicht wegzureden. Segelfliegen
erfordert wirklich viel Zeit, doch jeder, den der Bazillus Fliegen gepackt
hat, organsiert sich diese Zeit, weil es sich lohnt.
Zu teuer ?
Dann könnten viele auch nicht Tennis spielen, surfen oder gar reiten.
Gefährlich ?
Fliegen ist nicht viel gefährlicher als Autofahren. Natürlich
passieren immer wieder Unfälle. Jeder einzelne wird untersucht
und analysiert. Dabei kommt in mehr als 96% aller Fälle heraus,
daß menschliches Versagen die Ursache war. Selbstüberschätzung,
mangelnde Sorgfalt in den Flugvorbereitungen und Kontrollen sind die
Gründe, die mit diesem menschlichen Versagen umschrieben werden.
Wer alles Gelernte und alle Regeln einhält, lebt beim Fliegen ziemlich
sicher.
Und wie ist das mit dem Mut ?
Natürlich steigt der Puls vor dem ersten Start. Diese gesunde Angst
sollte niemand unterdrücken, sondern im Laufe seines Fliegerlebens
in eine wohldosierte Portion Respekt umwandeln.
Diesen Respekt vor der Luft, dem Wetter und der Technik wird ein guter
Segelflieger sein Fliegerleben lang behalten.
Und wie ist das nun mit der Technik und den Frauen ?
Absolut harmlos.
Zudem gehört zum Fliegen nicht nur Technik, sondern sehr viel Gefühl.
Die Technik eines Windenstarts bringt dem Piloten eine Platzrunde mit
der Flugzeit von fünf Minuten. Wenn diese Starthöhe aber einen
Fug von zehn Minuten Dauer bringt, wurden die fünf Minuten länger
allein durch das Fluggefühl und das Können des Piloten ermöglicht.
Im Laufe der Ausbildung verwischen die Grenzen zwischen Technik und
Gefühl. Ein Unterschied liegt allerdings darin, daß Technik
erlernbar ist während das Gefühl für die Luft geweckt
wird beim Fliegen. Wer es nicht mitbringt, kann es nur begrenzt durch
Training ersetzen.
Werft also am besten alle Vorurteile über Bord ! Dieser Sport paßt
zu den unterschiedlichsten Menschen, und Frauen können in ihm einen
ganz selbstverständlichen Platz einnehmen. Alle Frauen in unserem
Verein haben das bewiesen.
Sie müssen nur beginnen, Fliegen lernt jeder nur beim Fliegen !