|
Unverhoffte Luftpost aus der Ukraine
Appen: Vierjährige Frederieke gewinnt Segelflug über
den Kreis beim Luftballonwettbewerb
Mehr als 100 Luftballons wurden zu Himmelfahrt in Appen-Etz auf
Reisen geschickt - doch nur zwei wurden gefunden. Einer in der
Ukraine.
Appen/Pinneberg.
Eines steht fest: "Dass es ein Luftballon schaffen könnte,
von Appen-Etz aus eine Strecke von etwa 1000 Kilometer Luftlinie
zurückzulegen, um dann in der Ukraine zu landen, das hätten
wir nie für möglich gehalten" berichtet die Appenerin
Heike Ostermann. Doch der rosafarbene Ballon, den ihre vierjährige
Tochter Frederieke an Himmelfahrt auf Reisen geschickt hatte,
erreichte tatsächlich dieses Ziel. Der Beweis: Ein Brief
mit ukrainischem Stempel der per Luftpost kam und in dem die Absendekarte
von Frederieke steckte. "Wir haben uns unwahrscheinlich darüber
gefreut, vor allem, da wir gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet
hatten", erzählt Ostermann begeistert.
Zum Hintergrund: Frederieke hatte an einem Luftballonwettbewerb
teilgenommen, der im Anschluss an einen Open-Air-Gottesdienst
zu Himmelfahrt vor dem Etzer-Bund-Haus ausgerichtet worden war.
Etwa 150 Menschen waren gekommen, um an der Andacht, die gemeinsam
von den Pinneberger Pastoren Heribert Pusch von der Lutherkirche
und Henning Schlotfeldt von der Kreutzkirche sowie ihrem Appener
Kollegen Pastor Frank Schüler organisiert worden war, teilzunehmen.
Im Anschluss an die Predigt wurde ein Picknick und der "Flugwettbewerb"
veranstaltet. "Etwa 100 Ballons wurden dabei auf Reisen geschickt",
so Schlotfeldt, der selbst beim Befüllen der Ballons mitgeholfen
hatte. Derjenige, dessen Ballon die weiteste Strecke zurücklegen
würde, sollte einen Segelflug über den Kreis Pinneberg
gewinnen. "Doch wir haben sehr lange nichts gehört,
nirgendwo schien einer der bunten Ballons angekommen zu sein",
sagte Pusch. Einzig aus Zarrentin bei Ratzeburg kam jüngst
eine Karte zurück. "Wir dachten schon, es würde
bei dieser einen Resonanz bleiben, hätten einen Gewinner",
so Pusch weiter. Schüler: "Und dann kam plötzlich
der Brief aus der Ukraine". Für die kleine Frederieke
bedeutet dieses Antwortschreiben, dass sie bald mit einem der
Flugzeuge des Segelflug Clubs Uetersen in die Lüfte steigen
darf. "Bei gutem Wetter könnten wir sogar über
Elmshorn oder der Elbe kreisen", so einer der Piloten des
Segelflug-Clubs, Detlef Bathke. Ein Versprechen, das die Kleine
voller Begeisterung zur Kenntnis nahm.
Quellenangabe : Pinneberger Tageblatt / Anuschka Unger
|