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Mit dem Motorsegler nach England

Auf einem alten Militärflugplatz nahe der kleinen Ortschaft Duxford befindet sich die wohl größte Sammlung flugfähiger Luftfahrzeuge aus dem zweiten Weltkrieg in England. Anders als bei reinen Ausstellungen steht die Restauration der Flugzeuge im Vordergrund. Jeder Besucher kann sich einen Einblick in die Werkstätten verschaffen und den Mechanikern über die Schulter schauen.
Immer im Juli wird Duxford zum Mekka der Flugzeugfans, denn dann werden die Schätze auspackt und in einer zweitägigen Flugvorführung dem Publikum präsentiert.

Was kann für einen Flugzeugliebhaber noch schöner sein, als zu dieser Flugshow zu fahren?
Natürlich: Im eigenen Flugzeug anzureisen.

Bettina Schiefenhövel und Christian Groth vom Segelflug-Club Uetersen e.V. haben sich diesen Traum erfüllt und sind mit dem vereinseigenen Motorsegler mit der Kennung D-KIEW von Uetersen nach Duxford geflogen.

Einige Details zum Flugzeug:
Der "Scheibe Motorfalke", Werksbezeichnung SF25C ist ein zweisitziger Reisemotorsegler. Das Flugzeug hat eine Reichweite von ca. 600 km bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Damit ergibt sich ein Verbrauch von etwa 12 Litern Superbenzin auf 100 km. Geflogen wird ausschließlich nach Sichtflugregeln, Flüge in den Wolken oder bei Nacht sind mangels notwendiger Instrumente nicht erlaubt. Wer mit dem Motorsegler auf Reisen geht, muß auf Komfort verzichten: Mehr als ein Zelt, zwei Schlafsäcke und ein frisches T-Shirt passt nicht in das Gepäckfach.

"Die erste Etappe führte uns über Emden nach Lelystad in Holland. Dort wurde der Motorsegler aufgetankt und ein aktueller Wetterbericht eingeholt. Dann ging es über Brügge südlich an Oostende vorbei über den Ärmelkanal nach Dover und über Southend nach Fowlmere, zu einem kleinen Flugplatz etwa 5km westlich von Duxford.

 

Dort wurden wir bereits von Anna und Derrick, den Betreibern der hiesigen Flugschule erwartet und herzlich begrüßt. Wir staunten nicht schlecht, waren doch bereits knapp 100 Flugbegeisterte mit mehr als 40 Sportflugzeugen vor uns angekommen! Da England kein Land des Schengener Abkommens ist, wurde die Passkontrolle kurzerhand durch den Dorfpolizisten auf dem Vorfeld erledigt. Landestypisch gab es am nächsten Tag ein ausgiebiges Barbeque Breakfast, bevor es per Auto oder Fahrrad zur Flugshow nach Duxford ging.

Very British waren auch die zahlreich erschienenen, in Deutschland jedoch nur selten anzutreffenden "Plane Spotter", deren Lebensziel es ist, alle Flugzeuge dieser Welt einmal live gesehen zu haben.

Fliegen ist in England sehr unkompliziert. Nicht einmal eine Towerbesatzung ist notwendig, um auf einem Flugplatz starten zu dürfen. Da können deutsche Privatpiloten nur vor Neid erblassen!
Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, am Tag nach der Flugshow England weiter per Flugzeug zu erkunden. Bei bestem Wetter ging es quer über das Land nach Swansea in Wales und von dort Richtung Süden weiter nach Plymouth, wo wir einen weiteren Zwischenstop mit Übernachtung einlegten.

Der Rückflug nach Uetersen wurde durch eine breite Wolkendecke über dem Ärmelkanal verzögert. An eine Rückkehr am selben Tag war nicht mehr zu denken. Also blieb uns nichts anderes übrig, als erneut in Lelystad zu landen und im gerade fertiggestellten "Airport Hotel" zu übernachten.

Nach mehr als 18 Flugstunden und mehr als 2000 zurückgelegten Flugkilometern sind wir am darauffolgenden Tag wohlbehalten in Uetersen gelandet.

Die Einladung für Duxford 2006 hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon per Email erhalten. Da bleibt nur zu sagen: "Same procedure as last year".

 


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